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Lila und Martin
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Lila und Martin

 

Lila

Lila, die Graue (*2001)

Das Lilachen: Lila ist die scheue, sanfte Raubkatze, die auch ihre Krallen ausfahren kann, wenn es sein muss. Eine richtige Katze eben. Lila ist eine reinrassige Russisch-Blau und kam im Herbst 2004 zu uns. Sie wurde einfach ausgesetzt. Die Frau, die sie ursprünglich aufnahm, hatte schwere Katzenhaarallergie und Asthma und musste sie schweren Herzens abgeben. Wir dachten in erster Linie, Lila sei ein toller Kumpan für den Kater. Da wir ja oft tagsüber unterwegs waren und der Hund oft mit dabei, sollte August nicht alleine zu Hause bleiben. Pustekuchen, da haben wir die Rechnung ohne die Katze gemacht. Lila will von anderen Katzen gar nichts wissen. Am Anfang fand sie August zum Fürchten, mit der Zeit wurde sie so mutig, dass sie ihn auch schon mal verscheuchte und sein Futter fraß – wenn es Frischfleisch gab. Aber sie waren beide immer harmlos und fuchtelten nur etwas in der Luft herum, so war es zu ertragen. Die Hunde findet sie auch fürchterlich. Da die nun aber gar nicht so gefährlich ist, kann man schon mal dicht an ihm vorbei oder unter ihm durch – je nachdem.

Lila ist dafür eine richtige Menschenkatze, sehr verschmust und verspielt – endlich hab ich meine Katze im Bett. Sie ist auch völlig vernarrt in frisches Fleisch, Herz, mageres Muskelfleisch und Leber mag sie besonders. Pansen und Schlund hat sie auch schon mal gegessen. Und unsere Befürchtungen haben sich bestätigt: Sie genießt ebenso das neue Dorfleben und ist die geborene Mäusefängerin.

Und gerade, im Sommer 2007, überrascht uns das Lilachen mit ihrem Freiheitsdrang und ihrer Jagdlust. Nachdem sie fast einen Tag und die halbe Nacht draußen war, zieht es sie nach einem kurzen Moment wieder raus in die raue Wildnis von Weipoltshausen. Wie besorgte Eltern müssen wir nun ab und an ein Machtwort sprechen und Lila drinnen behalten. Während Martin selig auf dem Sessel schläft, regen sich in ihre Urinstinkte und sie muss raus. Sie teilt überdies ihre Beute mit uns überhaupt nicht wie Martin. Der legt uns immer mal wieder eine Maus oder anderes Getier vor die Tür (Danke, Martin!), aber Lila will alles für sich haben. Das haben wir vor einigen Wochen noch deutlicher zu spüren bekommen: Als sie ihre Beute im Haus in Sicherheit bringen wollte, haben wir versucht, ihr freundlich beizubringen, dass sie diese doch besser draußen verspeisen soll. Plötzlich kamen aus dem kleinen süßen Katzentier so fürchterliche Töne heraus, dass man meinen konnte, irgendwo hätte sich ein Löwe versteckt, der uns anbrüllte. Wir wurden uns letztendlich einig - Lila durfte die Maus behalten, musste aber die Mahlzeit draußen einnehmen. Guten Appetit!

 

 

Martin, the white

Martin, der Weiße (*März 2005)

Martin stammt von der Tierhilfe Gran Canaria aus der netten Pflegefamilie Dörr, die sich auf ein älteres Inserat von uns im Internet gemeldet hatte. Dort stand sinngemäß, dass wir nach einem hundeverträglichen jungen Kater suchten, gerne grau-getigert oder schwarz. Am Telefon sagte man uns dann, die Familie beherberge einen weißen Kater, der schon länger da wäre und nach seinem Traumplatz suchte: eine ländliche Gegend mit Freigang und netten Hunden. Das hörte sich vielversprechend an und wir überlegten nicht lange und fuhren am Abend los in Richtung Watzenborn-Steinberg. Als wir Martin (da noch „Ronny“) sahen war es Liebe auf den ersten Blick. Und ich glaube, auch die Dörrs hatten ein gutes Gefühl bei uns und wir durften den hübschen kleinen Kerl gleich mitnehmen.

Nachdem Martin nach fast drei Wochen raus durfte, hat er sich zu einem relaxten, coolen kleinen Kater entwickelt. Er kommt regelmäßig nach Hause, meistens wartet er nachmittags schon auf der Terrasse auf uns. Regnerische Tage verschläft er fast komplett auf seinen Lieblingsplätzen: dem Sessel oder der Hundedecke in meinem Büro. Er ist ganz bezaubernd, völlig unkompliziert und sehr sozial. Als er noch nicht raus durfte, ging er Lila etwas auf den Wecker („Wer bist du denn? Las mal gucken!“), jetzt spaziert er fast wie zufällig dicht an ihr vorbei („Huch, wer kann denn ahnen, dass du hier wieder rumliegst“) und wenn sie faucht spaziert er genauso ‚desinteressiert’ weiter. Katerfreundschaften hat er dafür draußen geschlossen, Nachbarn mit Katzen erzählen, dass Martin sie ab und zu besuchen kommt. Die Hunde sind seine großen Kumpels, und es ist mittlwerweile völlig selbstverständlich, dass uns Martin bei kleineren Touren begleitet. Er hat uns - im wahrsten Sinne des Wortes - gerade noch gefehlt.

 
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