| Traumhund oder Traum vom Hund? |
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Liebe reicht nicht, Liebe macht blind, und wer nur liebt, ohne zu verstehen, wird nie begreifen.
Liebe Interessenten und Interessierte, Sie interessieren sich für den Dalmatiner, können sich vorstellen, einen Dalmatinerwelpen in Ihre Familie zu integrieren oder möchten sich einfach vorab informieren. Sie möchten alles richtig machen, saugen alle Informationen auf, die Sie bekommen können, sind engagiert, neugierig und aufgeschlossen. Meine Seite hat Sie angesprochen, Sie finden es gut, nicht nur etwas über Ausstellungsergebnisse, sondern auch die Hunde und Menschen dahinter zu erfahren, womit Sie auch etwas anfangen können. Herzlichen Glückwunsch! Das sind schon einmal tolle Voraussetzungen. Bitte lesen Sie weiter. Sie finden unendlich viele Informationen im Netz, teilweise Widersprüchliches und Verwirrendes, das Sie verunsichert. Kleiner Tipp: Glauben Sie nichts und schauen Sie sich alles selbst an. Bilden Sie sich Ihre eigene Meinung. Egal, was Sie im Netz lesen, es ist erst einmal vorgefiltert, egal ob übertrieben wohlwollend oder überzogen kritisch. Das gleiche gilt für vielleicht wohlgemeinte, aber völlig unbrauchbare Informationen vom Nachbarn nebenan. Ein Dalmatiner kann vor allem eins sein: Der Hund, den Sie ganz allein aus ihm machen. Das birgt Chancen, aber auch große Risiken. Erst einmal ist der Dalmatiner ein Hund wie jeder andere. Zu seinen rassespezifischen Besonderheiten gehört, dass es ein sehr lebhafter, bewegungsfreudiger und sehr ausdauernder Hund ist. Das ist kein Schönheitsfehler hinter der sonst makellosen Fassade, das ist so gewollt. Der Dalmatiner ist ein schöner, aber auch sehr athletischer Hund, das heißt, dass er ein unermüdlicher Bewegungskünstler ist mit einer hervorragenden Geländegängigkeit. Da der englische Vorstehhund, der Pointer, zu einem der wesentlichen Vätern des Dalmatiners gehört, entfaltet die Rasse heute noch eine hervorragende Nasenleistung bei der Spurensuche. Er ist also ausdauernd, sehr clever und hoch ambitioniert für vielerlei Aktivitäten, egal, ob es dabei um Geschicklichkeit im Gelände oder leidenschaftliche Spurensuche geht. Daher kommt wohl auch seine Sensibilität, der Pointer soll der Sensibelste unter den Jagdhunden sein. Nebenbei auch nicht gerade der langweiligste. Das sind tolle Eigenschaften, und Sie sehen schon, der Dalmatiner ist ein toller Partner, wenn es etwas zu unternehmen gibt. Gleichzeitig ist er anschmiegsam, verschmust, freundlich und meistens gut gelaunt – eben auch ein lustiger und lieber Familienhund, der sich allerlei Schabernack einfallen lässt. Sie werden viel zu lachen haben – wenn Sie Humor haben. Wenn Sie keinen Humor haben, sollten Sie lieber die Finger von dem Dalmatiner lassen. Oder sich einen gut gepolsterten Raum einrichten, in dem Sie sich regelmäßig austoben können. All das sind unbestritten tolle Eigenschaften. Für all jene, die aktiv sind und mit ihrem Hund arbeiten möchten, ist es ein Segen. Für diejenigen, die sich nur der Optik wegen für die ambitionierte Rasse interessieren, kann es zum Fluch werden. Der Dalmatiner ist unternehmungslustig, und das ist wunderbar so, daran gibt es nichts zu rütteln. Wenn Sie ihn nicht beschäftigen, dann macht er es eben selbst, und das wird Ihnen nicht gefallen. Wenn Sie ihm nichts oder wenig beibringen, dann wird er deshalb nicht weniger lernen – bloß eben leider nur Dinge, die Ihnen auch nicht sonderlich gefallen werden. Denn ein Hund lernt immer, Sie sollten nur die Chance nutzen und steuern, was er lernt. Positiv gesprochen: Machen Sie es sich nicht unnötig schwer und nutzen Sie die Chance, Ihrem Hund die die Dinge beizubringen, die Sie von ihm sehen möchten. Wie das geht, lernen Sie in guten Hundeschulen und –vereinen und bei guten Hundetrainern, die dadurch gekennzeichnet sind, dass sie sich weiterbilden, über den Tellerrand schauen können und individuelle Lösungen für Sie parat haben. Das einfache, verkürzte Prinzip lautet immer: Das, was Sie bestätigen, wird Ihr Hund öfter zeigen; was Sie ignorieren oder unterdrücken (was sich also für Ihren Hund nicht lohnt), wird er seltener zeigen. Aber keine goldene Regel ohne Fallstricke: Auch „Ermahnung“ kann eine Bestätigung sein, wenn sie vom Hund (wie vom Kind auch) als positive Bestätigung empfunden wird. Beispiel: Jault ihr Hund im Auto, wenn Sie ihn (bei angenehmen Temperaturen im Schatten und bei offenen Fenstern und Türen während Trainingspausen z.B.) alleine lassen und Sie kommen zurück, um Ihren Hund zu ermahnen, kann es leicht passieren, dass Ihr Hund sich so über Ihre Aufmerksamkeit und nette Ansprache freut, dass er das Jaulen in Zukunft noch häufiger zeigen wird. Deshalb ist „Ignorieren“ nicht nur ein Wattebäuschchenwerfer-Tipp, sondern manchmal einfach auch empfehlenswert – vor allem dann, wenn es darum geht, noch sturer zu sein als der Hund. Was zuweilen gar nicht so einfach ist. Der Kauf eines Hundes… … will gut überlegt sein. Es ist doch irgendwie beachtlich: Menschen (und ihre Hunde) leben immer enger miteinander. Kein Spaziergebiet, in dem man nicht auf andere Hunde und auf andere Menschen trifft. Und trotzdem opfern immer noch viele Menschen mehr Zeit in die Pflege ihres Autos, die Auswahl der geeigneten Waschmaschine oder in die Auswahl der Klamotten für die Party als in die Auswahl und Erziehung ihres „besten Freundes“, des Hundes. Warum das so ist – keine Ahnung. Der Hund muss unbedingt her wie ein notwendiges Status-Symbol, und wenn er mal da ist, weiß keiner mehr so recht, warum eigentlich und wozu der Hund eigentlich gut ist. Sie denken, das ist Schwarzmalerei? Das ist leider eher die Regel als die Ausnahme. Nehmen wir zum Beispiel den Autokauf. Wir überlegen uns, wofür wir den Wagen brauchen, was er leisten muss (großer Kofferraum, viel Platz) und suchen ihn danach aus. Danach pflegen wir ihn regelmäßig, warten ihn und befüllen ihn mit dem richtigen Kraftstoff. Wir tanken kein Diesel in den Benziner, nur weil es billiger ist. Würde uns nie einfallen. Wir schauen regelmäßig nach dem Öl- und Wasserstand, dem Reifendruck, und lassen ohne mit der Wimper zu zucken ordentlich Schotter in der Werkstatt. Klar, ist ja auch was von Wert, wollen wir ja nicht kaputt machen. Und wir würden uns niemals einen Ferrari kaufen, um dann zeitlebens mit 60 km/h über die Landstraße zu schleichen. Ihre Hunde, die Fleischfresser, füttern viele mit Säcken voll Mais- oder Weizenmehl. Und wundern sich, wenn er „nicht so rund läuft“. Hoch ambitionierte, athletische Hunde werden zuweilen bis zu ihrem erlösenden Ableben an der Leine um den Block geführt. Wenn sie daran kaputt gehen, ist es halt ein Fehler im System. Oder, wie eine weitsichtige Züchterkollegin mal anmerkte: Wir kaufen uns ja auch keinen Hochleistungs-Computer für viele tausend Euro, wenn wir die Tastatur nicht bedienen können. Oder es nicht wenigstens erlernen wollen. Aber wir müssen das noch nicht mal nur mit unbelebten Dingen vergleichen. So würde es auch niemandem einfallen, sich einen temperamentvollen Vollblut-Araber zu kaufen, den drei Jahre im Stall zu vergessen, und sich dann – unberitten, ohne Ausbildung und ohne Vorkenntnisse – auf ihn zu setzen, um auf Turnieren zu starten. Das würde in einer Katastrophe enden. Wir würden auch unsere Kinder nicht auf Vollblutaraber setzen oder noch besser: Sie (ohne Reitunterricht) "mal zwischendurch" mit ihnen ausreiten lassen. Mit Hunden ist scheinbar alles machbar. Man muss sich zuweilen wundern, warum nicht noch viel mehr passiert. Das muss wohl an unseren Hunden liegen. Traumhund und Traum vom Hund Das Zusammenleben mit einem Hund ist etwas unglaublich Schönes. Es ist eine Bereicherung fürs Leben. Das Tier in seinem „Anderssein“ zu begreifen, mit einer anderen Spezies zu kommunizieren, die Natur jeden Tag zu erleben… Hunde leben so ungezwungen im Hier und Jetzt. Der Augenblick zählt, sonst nichts. Meine Hunde sind für mich eine unbeschreibliche Bereicherung, sie machen meinen Kopf frei und ich möchte sie um nichts in der Welt missen. Was sie mir geben, kann ich nicht in Worte fassen. Aber das darf nicht einseitig sein. Unsere Hunde dürfen zurecht auch etwas von uns erwarten. Es sind beseelte Lebewesen, und Kommunikation, Bindung und Beziehung sind keine Einbahnstraßen. An allererster Stelle steht, noch vor der Liebe: Respekt. Wenn wir das Tier nicht respektieren mit all seinen Eigenschaften und Eigenheiten, werden wir ihm nie gerecht werden. Liebe reicht nicht, Liebe macht blind, und wer nur liebt, ohne zu verstehen, wird nie begreifen. An erster Stelle steht also: Was für ein Tier habe ich vor mir? Ein Hund ist kein Kaninchen, sondern ein „Raubtier“, ein Beutegreifer und Fleischfresser. Es ist immer wieder faszinierend, wenn Menschen ihren Hunden Eigenschaften eines Kaninchens andichten (süß, lieb, so brav, so verträglich) und der Hund nur mit diesen Attributen eines Kaninchens scheinbar eine Daseinsberechtigung hat. Aber das Schlimme ist: Früher oder später muss der Hund seine Menschen enttäuschen, denn er ist kein Kaninchen, er wird niemals eines sein, und so sehr er sich auch anstrengt, er wird es niemals nie schaffen, es seinem Menschen mit dieser Einstellung recht zu machen. Der Hund ist von vorneherein zum Scheitern verurteilt, die Beziehung ist zum Scheitern verurteilt. Der Hund ist genauso wenig ein Kaninchen, wie er ein Spielzeug oder eine Maschine ist. Wir erwarten viel von unseren Hunden. Also ist es nur gerecht, wenn unsere Hunde auch etwas von uns erwarten dürfen. Und das Elementarste ist: Wir sollten den Hund erst einmal so sehen und begreifen, wie er ist. Nicht mehr und nicht weniger. Ein durch und durch faszinierendes Lebewesen, ein Nachfahre des Wolfes, ein Ergebnis aus Domestikation, Genetik, Prägung, Sozialisierung, Erziehung und Ausbildung. Facettenreich, vielseitig, sensibel, intelligent, lebendig – so reich, wie das Leben selbst. Oder eben auch einfach nur: ein Hund. Punkt. Was erwarten wir vom Hund? Och, eigentlich nur „ganz normale“, alltägliche Dinge: Der Hund soll stets ein verlässlicher Partner sein in allen Situationen; er soll kommen, wenn wir ihn rufen; er soll die gängigen Kommandos „Sitz“, „Platz“, „Aus“, „Komm“ zügig ausführen; er soll locker an der Leine laufen, in der Stadt ebenso, wie im Feld; er soll mit allem und jedem verträglich sein, mit allen Tieren und mit allen Menschen sowieso; er soll immer mit allen Hunden „schön spielen“; er soll „kinderlieb“ sein (das ist das berühmte kinderliebe Gen, Sie haben bestimmt auch schon viel davon gehört); wenn wir mit ihm sporteln oder arbeiten, egal was, dann soll er im Idealfall alles gleich können oder es eben schnell erlernen. Alles ganz einfach, oder? Dabei steigen dann rosa Elefanten auf, schweben in den Himmel, zerplatzen, und lassen Millionen von lustigen Seifenblasen auf uns herab… ;) Oder anders: Wir könnten uns auch ein Kind wünschen, dass am Tag seiner Geburt aussieht wie Natalie Portman und das Gehirn von Albert Einstein hat. Warum auch nicht? Nichts ist unmöglich… Ein Hund ist ein Hund ist ein Hund ist ein Hund… Ein Dalmatiner kann durchaus auch ein Hund für Anfänger sein – aber das kommt auf den Anfänger an. Genauso wenig kann jemand als „hundeerfahren“ gelten, wenn er jahrzehntelang zwar Hunde gehalten, aber sich nicht wirklich mit seinen Tieren auseinandergesetzt hat. Für jeden Hund – auch den Dalmatiner – ist der Hundehalter geeigneter, der aufgeschlossen, neugierig und offen ist, als jemand, dessen Hundebild sehr eingeschränkt ist und der keinen Anlass sieht, daran etwas zu ändern. Was den Dalmatiner angeht, dann gibt es auch bei ihm, wie bei fast jeder Hunderasse, viele verschiedene Typen, je nach Linien, Familien und Herkunft. Wie finden Sie also den Dalmatiner, der zu Ihnen passt? Eigentlich ganz einfach: Hören Sie dem Züchter zu, wenigstens erfahren Sie, wie er seine Hunde begreift, wie er sie im Idealfall (Zuchtziel) haben möchte und wie er sich selbst mit Ihnen beschäftigt. Nutzen Sie die Chance und schauen Sie sich die Elterntiere an. Jeder seriöse Züchter wird Ihnen gerne seine eigenen Hunde zeigen, und er wird Ihnen auch gerne demonstrieren, wie und was er mit Ihnen arbeitet. Fragen Sie den Züchter nach Linktipps, Infomaterial, Filmen und Büchern, wenn Sie sich eingehender informieren möchten. Ganz praktisch ist dann auch, wenn Sie etwas davon lesen. :) (Fortsetzung folgt)
Liebe Interessenten und Interessierte, Sie interessieren sich für den Dalmatiner, können sich vorstellen, einen Dalmatinerwelpen in Ihre Familie zu integrieren oder möchten sich einfach vorab informieren. Sie möchten alles richtig machen, saugen alle Informationen auf, die Sie bekommen können, sind engagiert, neugierig und aufgeschlossen. Meine Seite hat Sie angesprochen, Sie finden es gut, nicht nur etwas über Ausstellungsergebnisse, sondern auch die Hunde und Menschen dahinter zu erfahren, womit Sie auch etwas anfangen können. Herzlichen Glückwunsch! Das sind schon einmal tolle Voraussetzungen. Bitte lesen Sie weiter. Sie finden unendlich viele Informationen im Netz, teilweise Widersprüchliches und Verwirrendes, das Sie verunsichert. Kleiner Tipp: Glauben Sie nichts und schauen Sie sich alles selbst an. Bilden Sie sich Ihre eigene Meinung. Egal, was Sie im Netz lesen, es ist erst einmal vorgefiltert, egal ob übertrieben wohlwollend oder überzogen kritisch. Das gleiche gilt für vielleicht wohlgemeinte, aber völlig unbrauchbare Informationen vom Nachbarn nebenan. Ein Dalmatiner kann vor allem eins sein: Der Hund, den Sie ganz allein aus ihm machen. Das birgt Chancen, aber auch große Risiken. Erst einmal ist der Dalmatiner ein Hund wie jeder andere. Zu seinen rassespezifischen Besonderheiten gehört, dass es ein sehr lebhafter, bewegungsfreudiger und sehr ausdauernder Hund ist. Das ist kein Schönheitsfehler hinter der sonst makellosen Fassade, das ist so gewollt. Der Dalmatiner ist ein schöner, aber auch sehr athletischer Hund, das heißt, dass er ein unermüdlicher Bewegungskünstler ist mit einer hervorragenden Geländegängigkeit. Da der englische Vorstehhund, der Pointer, zu einem der wesentlichen Vätern des Dalmatiners gehört, entfaltet die Rasse heute noch eine hervorragende Nasenleistung bei der Spurensuche. Er ist also ausdauernd, sehr clever und hoch ambitioniert für vielerlei Aktivitäten, egal, ob es dabei um Geschicklichkeit im Gelände oder leidenschaftliche Spurensuche geht. Daher kommt wohl auch seine Sensibilität, der Pointer soll der Sensibelste unter den Jagdhunden sein. Nebenbei auch nicht gerade der langweiligste. Das sind tolle Eigenschaften, und Sie sehen schon, der Dalmatiner ist ein toller Partner, wenn es etwas zu unternehmen gibt. Gleichzeitig ist er anschmiegsam, verschmust, freundlich und meistens gut gelaunt – eben auch ein lustiger und lieber Familienhund, der sich allerlei Schabernack einfallen lässt. Sie werden viel zu lachen haben – wenn Sie Humor haben. Wenn Sie keinen Humor haben, sollten Sie lieber die Finger von dem Dalmatiner lassen. Oder sich einen gut gepolsterten Raum einrichten, in dem Sie sich regelmäßig austoben können. All das sind unbestritten tolle Eigenschaften. Für all jene, die aktiv sind und mit ihrem Hund arbeiten möchten, ist es ein Segen. Für diejenigen, die sich nur der Optik wegen für die ambitionierte Rasse interessieren, kann es zum Fluch werden. Der Dalmatiner ist unternehmungslustig, und das ist wunderbar so, daran gibt es nichts zu rütteln. Wenn Sie ihn nicht beschäftigen, dann macht er es eben selbst, und das wird Ihnen nicht gefallen. Wenn Sie ihm nichts oder wenig beibringen, dann wird er deshalb nicht weniger lernen – bloß eben leider nur Dinge, die Ihnen auch nicht sonderlich gefallen werden. Denn ein Hund lernt immer, Sie sollten nur die Chance nutzen und steuern, was er lernt. Positiv gesprochen: Machen Sie es sich nicht unnötig schwer und nutzen Sie die Chance, Ihrem Hund die die Dinge beizubringen, die Sie von ihm sehen möchten. Wie das geht, lernen Sie in guten Hundeschulen und –vereinen und bei guten Hundetrainern, die dadurch gekennzeichnet sind, dass sie sich weiterbilden, über den Tellerrand schauen können und individuelle Lösungen für Sie parat haben. Das einfache, verkürzte Prinzip lautet immer: Das, was Sie bestätigen, wird Ihr Hund öfter zeigen; was Sie ignorieren oder unterdrücken (was sich also für Ihren Hund nicht lohnt), wird er seltener zeigen. Aber keine goldene Regel ohne Fallstricke: Auch „Ermahnung“ kann eine Bestätigung sein, wenn sie vom Hund (wie vom Kind auch) als positive Bestätigung empfunden wird. Beispiel: Jault ihr Hund im Auto, wenn Sie ihn (bei angenehmen Temperaturen im Schatten und bei offenen Fenstern und Türen während Trainingspausen z.B.) alleine lassen und Sie kommen zurück, um Ihren Hund zu ermahnen, kann es leicht passieren, dass Ihr Hund sich so über Ihre Aufmerksamkeit und nette Ansprache freut, dass er das Jaulen in Zukunft noch häufiger zeigen wird. Deshalb ist „Ignorieren“ nicht nur ein Wattebäuschchenwerfer-Tipp, sondern manchmal einfach auch empfehlenswert – vor allem dann, wenn es darum geht, noch sturer zu sein als der Hund. Was zuweilen gar nicht so einfach ist. Der Kauf eines Hundes… … will gut überlegt sein. Es ist doch irgendwie beachtlich: Menschen (und ihre Hunde) leben immer enger miteinander. Kein Spaziergebiet, in dem man nicht auf andere Hunde und auf andere Menschen trifft. Und trotzdem opfern immer noch viele Menschen mehr Zeit in die Pflege ihres Autos, die Auswahl der geeigneten Waschmaschine oder in die Auswahl der Klamotten für die Party als in die Auswahl und Erziehung ihres „besten Freundes“, des Hundes. Warum das so ist – keine Ahnung. Der Hund muss unbedingt her wie ein notwendiges Status-Symbol, und wenn er mal da ist, weiß keiner mehr so recht, warum eigentlich und wozu der Hund eigentlich gut ist. Sie denken, das ist Schwarzmalerei? Das ist leider eher die Regel als die Ausnahme. Nehmen wir zum Beispiel den Autokauf. Wir überlegen uns, wofür wir den Wagen brauchen, was er leisten muss (großer Kofferraum, viel Platz) und suchen ihn danach aus. Danach pflegen wir ihn regelmäßig, warten ihn und befüllen ihn mit dem richtigen Benzin. Wir tanken kein Diesel in den Benziner, nur weil es billiger ist. Würde uns nie einfallen. Wir schauen regelmäßig nach dem Öl- und Wasserstand, dem Reifendruck, und lassen ohne mit der Wimper zu zucken ordentlich Schotter in der Werkstatt. Klar, ist ja auch was von Wert, wollen wir ja nicht kaputt machen. Und wir würden uns niemals einen Ferrari kaufen, um dann zeitlebens mit 60 km/h über die Landstraße zu schleichen. Ihre Hunde, die Fleischfresser, füttern viele mit Säcken voll Mais- oder Weizenmehl. Und wundern sich, wenn er „nicht so rund läuft“. Hoch ambitionierte, athletische Hunde werden zuweilen bis zu ihrem erlösenden Ableben an der Leine um den Block geführt. Wenn sie daran kaputt gehen, ist es halt ein Fehler im System. Oder, wie eine weitsichtige Züchterkollegin mal anmerkte: Wir kaufen uns ja auch keinen Hochleistungs-Computer für viele tausend Euro, wenn wir die Tastatur nicht bedienen können. Oder es nicht wenigstens erlernen wollen. Aber wir müssen das noch nicht mal nur mit unbelebten Dingen vergleichen. So würde es auch niemandem einfallen, sich einen temperamentvollen Vollblut-Araber zu kaufen, den drei Jahre im Stall zu vergessen, und sich dann – unberitten, ohne Ausbildung und ohne Vorkenntnisse – auf ihn zu setzen, um auf Turnieren zu starten. Das würde in einer Katastrophe enden. Wir würden auch unsere Kinder nicht auf Vollblutaraber setzen oder noch besser: Sie (ohne Reitunterricht) "mal zwischendurch" mit ihnen ausreiten lassen. Mit Hunden ist scheinbar alles machbar. Man muss sich zuweilen wundern, warum nicht noch viel mehr passiert. Das muss wohl an unseren Hunden liegen. Traumhund und Traum vom Hund Das Zusammenleben mit einem Hund ist etwas unglaublich Schönes. Es ist eine Bereicherung fürs Leben. Das Tier in seinem „Anderssein“ zu begreifen, mit einer anderen Spezies zu kommunizieren, die Natur jeden Tag zu erleben… Hunde leben so ungezwungen im Hier und Jetzt. Der Augenblick zählt, sonst nichts. Meine Hunde sind für mich eine unbeschreibliche Bereicherung, sie machen meinen Kopf frei und ich möchte sie um nichts in der Welt missen. Was sie mir geben, kann ich nicht in Worte fassen. Aber das darf nicht einseitig sein. Unsere Hunde dürfen zurecht auch etwas von uns erwarten. Es sind beseelte Lebewesen, und Kommunikation, Bindung und Beziehung sind keine Einbahnstraßen. An allererster Stelle steht, noch vor der Liebe: Respekt. Wenn wir das Tier nicht respektieren mit all seinen Eigenschaften und Eigenheiten, werden wir ihm nie gerecht werden. Liebe reicht nicht, Liebe macht blind, und wer nur liebt, ohne zu verstehen, wird nie begreifen. An erster Stelle steht also: Was für ein Tier habe ich vor mir? Ein Hund ist kein Kaninchen, sondern ein „Raubtier“, ein Beutegreifer und Fleischfresser. Es ist immer wieder faszinierend, wenn Menschen ihren Hunden Eigenschaften eines Kaninchens andichten (süß, lieb, so brav, so verträglich) und der Hund nur mit diesen Attributen eines Kaninchens scheinbar eine Daseinsberechtigung hat. Aber das Schlimme ist: Früher oder später muss der Hund seine Menschen enttäuschen, denn er ist kein Kaninchen, er wird niemals eines sein, und so sehr er sich auch anstrengt, er wird es niemals nie schaffen, es seinem Menschen mit dieser Einstellung recht zu machen. Der Hund ist von vorneherein zum Scheitern verurteilt, die Beziehung ist zum Scheitern verurteilt. Der Hund ist genauso wenig ein Kaninchen, wie er ein Spielzeug oder eine Maschine ist. Wir erwarten viel von unseren Hunden. Also ist es nur gerecht, wenn unsere Hunde auch etwas von uns erwarten dürfen. Und das Elementarste ist: Wir sollten den Hund erst einmal so sehen und begreifen, wie er ist. Nicht mehr und nicht weniger. Ein durch und durch faszinierendes Lebewesen, ein Nachfahre des Wolfes, ein Ergebnis aus Domestikation, Genetik, Prägung, Sozialisierung, Erziehung und Ausbildung. Facettenreich, vielseitig, sensibel, intelligent, lebendig – so reich, wie das Leben selbst. Oder eben auch einfach nur: ein Hund. Punkt. Was erwarten wir vom Hund? Och, eigentlich nur „ganz normale“, alltägliche Dinge: Der Hund soll stets ein verlässlicher Partner sein in allen Situationen; er soll kommen, wenn wir ihn rufen; er soll die gängigen Kommandos „Sitz“, „Platz“, „Aus“, „Komm“ zügig ausführen; er soll locker an der Leine laufen, in der Stadt ebenso, wie im Feld; er soll mit allem und jedem verträglich sein, mit allen Tieren und mit allen Menschen sowieso; er soll immer mit allen Hunden „schön spielen“; er soll „kinderlieb“ sein (das ist das berühmte kinderliebe Gen, Sie haben bestimmt auch schon viel davon gehört); wenn wir mit ihm sporteln oder arbeiten, egal was, dann soll er im Idealfall alles gleich können oder es eben schnell erlernen. Alles ganz einfach, oder? Dabei steigen dann rosa Elefanten auf, schweben in den Himmel, zerplatzen, und lassen Millionen von lustigen Seifenblasen auf uns herab… ;) Oder anders: Wir könnten uns auch ein Kind wünschen, dass am Tag seiner Geburt aussieht wie Natalie Portman und das Gehirn von Albert Einstein hat. Warum auch nicht? Nichts ist unmöglich… Ein Hund ist ein Hund ist ein Hund ist ein Hund… Ein Dalmatiner kann durchaus auch ein Hund für Anfänger sein – aber das kommt auf den Anfänger an. Genauso wenig kann jemand als „hundeerfahren“ gelten, wenn er jahrzehntelang zwar Hunde gehalten, aber sich nicht wirklich mit seinen Tieren auseinandergesetzt hat. Für jeden Hund – auch den Dalmatiner – ist der Hundehalter geeigneter, der aufgeschlossen, neugierig und offen ist, als jemand, dessen Hundebild sehr eingeschränkt ist und der keinen Anlass sieht, daran etwas zu ändern. Was den Dalmatiner angeht, dann gibt es auch bei ihm, wie bei fast jeder Hunderasse, viele verschiedene Typen, je nach Linien, Familien und Herkunft. Wie finden Sie also den Dalmatiner, der zu Ihnen passt? Eigentlich ganz einfach: Hören Sie dem Züchter zu, wenigstens erfahren Sie, wie er seine Hunde begreift, wie er sie im Idealfall (Zuchtziel) haben möchte und wie er sich selbst mit Ihnen beschäftigt. Nutzen Sie die Chance und schauen Sie sich die Elterntiere an. Jeder seriöse Züchter wird Ihnen gerne seine eigenen Hunde zeigen, und er wird Ihnen auch gerne demonstrieren, wie und was er mit Ihnen arbeitet. Fragen Sie den Züchter nach Linktipps, Infomaterial, Filmen und Büchern, wenn Sie sich eingehender informieren möchten. Ganz praktisch ist dann auch, wenn Sie etwas davon lesen würden. J (Fortsetzung folgt)
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