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Oktober 2010 - Mein erster Wurf
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Mein erster Wurf

Der erste Wurf ist wohl für viele Züchter etwas ganz Besonderes. Mittlerweile sind alle sieben Welpen meines A-Wurfs gut in ihrem neuen Zuhause angekommen und stellen das Leben ihrer Besitzer auf den Kopf. Wir haben eine ungemein spannende und intensive Zeit hinter uns, voll mit neuen Erfahrungen und Eindrücken. Ich habe viel gelernt in der Zeit und durfte gespannt und fasziniert beobachten, wie sich jeder der sieben kleinen Würmer zu ganz individuellen, eigenen Persönlichkeiten entwickelte. Fly hat mich immer wieder sehr beeindruckt, sie hat ein großes Vertrauen zu uns bewiesen und einen tollen Job als Mutter gemacht. Ich bin dankbar und glücklich, dass alle Welpen gesund und munter sind und jetzt zu kräftigen und persönlichkeitsstarken Junghunden heranreifen. Den neuen Besitzern danke ich für ihre Offenheit, ihr Engagement und ihre Mühe, denn nur dank ihrer weiteren umsichtigen Arbeit können die „Panzerknacker“ ihr Potential voll entfalten.

Es stand nicht von Anfang an fest, aber eine der glorreichen Sieben hat sich dazu entschlossen bei uns zu bleiben. Gegen so viel Starrsinn waren wir machtlos und gaben uns bald geschlagen – wer will Emma schon widersprechen? Seitdem ist nichts mehr wie vorher – aber alles so, wie es soll.

Emma hält uns ganz schön in Bewegung und sie hat's faustdick hinter den Schlappöhrchen. Sie arbeitet gerne mit, ist manchmal abwartend, und macht im Grunde doch bloß, was ihr Spaß macht. Sie ist auch immer ein sprudelnder Quell der Freude... Letztens hat sie mal wieder ein bisschen bei der Gartenarbeit geholfen und sich fast bis zum Boden einer der Pflanzkästen gebuddelt. Das „Schöne“ daran war, dass die ganze (schwarze) Erde auf der Terrasse gelandet war und Emma mit schmutzigen und nassen Pfoten einmal im ganzen Haus herumspazierte.

So ein Nachmittag mit Emma sieht beispielsweise so aus: Ich verteile Leckerchen, Emma springt mir dauernd meterhoch entgegen, es dauert eine Weile bis sie ruhig sitzen bleibt. Dann hat sie es kapiert, sie ist fertig, und fängt an Mama zu nerven, heißt legt sich bellend und kläffend vor sie, beißt sie in den Hals und fordert sie zum Spielen auf. Fly macht eine Zeitlang mit, die beiden machen einen Heidenkrach, bis es mir zu bunt wird und ich sie zum Spielen rausschicke. Sofort hat Fly keine Lust mehr und ihr fällt ein, dass sie ja eigentlich furchtbar müde ist und schlafen möchte. Emma ist aber immer noch langweilig, sie nimmt vom Flur aus Anlauf und springt vor meiner Nase auf die Couch, ich rufe „Runter!“, sie springt mit einem Satz runter, rennt raus, und verschleppt auf dem Weg schnell noch einen Wanderschuh. So in der Art geht das den ganzen Tag.

Sie ist wirklich ein ganz spezieller Charakter - rotzfrech, total rabaukenhaft, sie klaut: so könnte man es auf den Punkt bringen. Letztens hat sie eine Schüssel mit blutigen Rinderkehlköpfen von der Anrichte gezogen und genüsslich in der Küche geknabbert - herrlich, so ein Leben mit einem Welpen. Sie macht ihre Geschwister platt, sie lässt sich schwer von Dingen abbringen, die sie sich in den Kopf gesetzt hat, die Sensibilität scheint sie auch nicht gerade für sich gepachtet zu haben, sie ist verfressen ohne Ende, ich muss immer auf meine Finger achtgeben, sie hat die Nase dauernd am Boden und jagt für ihr Leben gerne Mäuse, findet tote und trägt sie mit sich herum, sie verschleppt alles Mögliche - von Schuhen (aber immer nur einen) bis zum Grillanzünder, sie ist schnell wie ein Räuber... eben ein Traum von einem Hund!

Und sie hat ja recht – die Zeit muss man nutzen, das Leben so nehmen, wie es kommt, geschlafen wird später! Na dann, auf geht’s! :)

Jela Kett, im August 2010

 

Kleine Anmerkung: Im in der Dalmatinerpost erschienen Text hat sich der Fehlerteufel eingeschlichen, den ich aber nicht mitgeschickt hatte. Da steht interessanterweise: "...sie hat die Nase dauernd am Boden und jagt für ihr Leben gerne Mäuse, findet Tote und trägt sie mit sich herum...". Also das "t" bei "tote" gehörte schon so in klein... wir leben ja nicht am Friedhof. ;)

 
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