| Arbeiten und Umgang mit dem Hund |
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There are no translations available. Gedanken zum Thema "Arbeiten und Umgang mit dem Hund" Im Urlaub habe ich wieder ein bisschen Zeit, in den Büchern zu schmökern. Neben Anke Bogaerts' "Die drei Charaktere" und James O'Heares "Das Aggressionsverhalten des Hundes - Ein Arbeitsbuch" (das auch Aufschluss gibt über hundetypisches Verhalten im allgemeinen) habe ich auch Anders Hallgrens "Gute Arbeit! Über die Eignung und Motivation von Arbeitshunden" in die Hand genommen, dass sich vernohmlich mit der Arbeit von Such- und Rettungshunden befasst. Hallgren führt interessante Studien auf, die er entweder selbst gemacht hat oder zitiert, die deutlich machen, dass neben den Eigenschaften des Hundes, die er mitbringt, auch geistige und körperliche Auslastung, Beziehung zwischen Hund und Halter oder Qualität des Futters wichtig sind für den Gesamtzustand des Hundes und damit Erfolg oder Misserfolg als Team. Beispielsweise gibt es eine Studie, die zeigt, dass Hunde, die den Großteil des Tages weggesperrt sind und sehr lange Ruhephasen haben, die meisten Probleme zeigen, die von den Haltern als "erheblich" umschrieben werden. Natürlich ist permanente Überforderung genauso schädlich (man erhält einen aufgekratzten, ruhelosen Hund; übrigens auch durch zu häufiges Spielen mit Hunden, da bei Ball- oder anderen Spielen das Hormon Cortisol - naben Adrenalin und Neroadrenalin - ausgeschüttet wird, das immer wieder lange Zeit braucht, um abgebaut zu werden). Ein weiterer wichtiger Einflussfaktor ist, wenn der Besitzer auch im Alltag zu streng oder kontrollierend auf den Hund einwirkt. Solche Hunde sind schnell gehemmt, ängstlich, "frieren" in ihren Bewegungen ein und geben schnell auf, so nach dem Motto - wenn ich nichts mache, mache ich auch nichts falsch (Stichwort "erlernte Hilflosigkeit"). Zur Erinnerung: Stresssymptome sind: häufiges Schütteln, Züngeln, Kratzen oder Lecken, angelegte Ohren, langsame "eingefrorene" Bewegungen. Ich finde, das sollte man immer im Hinterkopf behalten, wenn man nach menschlichen Kriterien Hunde als angeblich "gut oder schlecht erzogen" abstempelt. So ein gehemmter Hund wird laut Hallgren auch nie ein guter Arbeiter sein, dafür braucht es ein gesundes Selbstbewusstsein des Tieres. Nebenbei, und das gilt auch für Menschen: Bestrafung führt nie zum Lernen. (vgl. Hallgren 2005, S. 139 f.) Anders Hallgren schreibt: Das Gegenstück zur erlernten Hilflosigkeit ist das Gefühl der Kontrolle. Das bedeutet, dass ein Tier das Gefühl hat, eine Situation durch eigene Handlungen beeinflussen zu können. Ein solcher Hund zeigt viel Eigeninitiative und lernt schneller. Er ist freudiger und glücklicher, optimistischer, sozialer, zufriedener, selbstbewusster, harmonischer, hat eine erhöhte Lernfähigkeit, zeigt bessere Leistungen bei erlernten Fähigkeiten und ist kooperativer. Er hat ein starkes Immunsystem, lebt länger und ist körperlich aktiver. Unerfahrene Hundeführer fühlen sich mit einem solchen Hund schnell überfordert und deuten sein Verhalten als dominant. Für einen erfahrenen, einfühlsamen Hundeführer ist es der beste Teampartner, den man sich wünschen kann. (Quelle: Anders Hallgren: Gute Arbeit!, animal learn Verlag 2005, S. 124) Na denn, immer schön dran denken: Unsere Hunde sind nicht schlecht erzogen, sondern glücklich! :) ![]() Jela Kett, im April 2010 |
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