| Oktober 2010 - Die übers Wasser laufen... |
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There are no translations available. Die übers Wasser laufen können… In letzter Zeit wabert so ein Schreibstil durch unsere Szene, der mich als PR-Menschen immer wieder zum Grinsen bringt. Auf vielen Internetseiten können geneigte Welpenkäufer mittlerweile lesen, die dort feilgebotenen Dalmatiner seien „robust und langlebig“. Das erinnert mich an meine Werbetexte, die ich früher über voll verkapselte Industriecomputer geschrieben habe. Was ich mich allerdings nicht getraut hätte, wären die „enormen und außerordentlichen“ Superlative, solche Texte hätte mir jeder Chef – zurecht – um die Ohren gehauen und mich gefragt, ob ich den Leser - in diesem Fall also den Welpenkäufer, denn nur um den scheint's ja bei der Präsentation zu gehen - denn vera… äh respektive veräppeln wollte. Oder wie mein Mann in Bezug auf die so beworbenen Dalmatiner trocken kommentierte: „Kannste mit’m Traktor drüberfahren.“ Sprache kann Realitäten schaffen, oder soll es sogar. Und mich fasziniert immer wieder, dass es Menschen gibt, die das so zwingend wollen, dass sie dabei jeden guten Geschmack und alle guten Sitten vergessen. Noch viel erstaunlicher ist, dass andere Menschen das auch noch glauben, was sie da lesen. Aber wie war das noch – man kann ein Glas nur dann füllen, wenn es leer ist. Spannend ist auch, wie die Probleme in der eigenen Zucht auf einmal ganz klein werden, wenn sie denn überhaupt existent sind. Schlimm ist immer nur, was die anderen machen. Alle doof, außer ich... das kann ich wiederum gut verstehen, ist ja auch mein Motto. ;) Züchten möchte man natürlich trotzdem mit den Linien, die man ansonsten beschimpft, ist ja klar, haben ja auch so ihre Vorzüge. Auch dass mit den 10 so hochgejubelten Hunden keine Dalmatinerpopulation aufrecht erhalten werden könnte - merkt ja keiner, alles halb so wild. Die Hauptsache ist, man konnte dem "Welpenkäufer behilflich sein". Jo, das glaub ich euch gerne. ;) Wenn ich mich jedenfalls so in meiner eigenen Realität umschaue, dann erlebe ich immer wieder Hunde, mit denen ich kein Jahr zusammenleben wollte – geschweige denn 15 davon. Oder Hunde, die trotz erheblicher Erkrankung dank guter Pflege sehr alt werden. Oder Hunde, denen man Gutes getan hätte, wenn man ihnen die letzten Jahre des Dahinvegetierens erspart hätte. Was soll uns das sagen? Bloß, dass es gar nicht so sehr darauf ankommt, wie alt unsere Hunde werden, sondern wie sie gelebt haben, was sie uns gegeben und wie sie gewirkt haben. Oder einfach auch nur: Kleine Geister sprechen über andere, große über sich selbst. Und: Wer im Recht ist, kann leise sprechen. |
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